
Mitten im Oktober 2007 traf ich durch einen Zufall die Besitzerin mit Ronja. Wir kamen wie immer ins Gespräch und die Hunde spielten vergnügt auf der Wiese. Es stellte sich heraus, dass sie Ronja aus zeitlichen und privaten Gründen abgeben müsse. Wir haben uns ziemlich lange darüber unterhalten, versucht eine ander Möglichkeit zufinden und schließlich machten wir einen "Probetag" aus.
Am folgenden Tag haben wir uns an einer Wiese getroffen, wo die Hunde erstmal miteinander spielen konnten. Haben noch paar Sachen untereinander ausgetauscht und dann gings los.
Ich hatte erst meine Bedenken das Jack sie überhaupt ins Auto lassen würde, aber das -genauso wie die Autofahrt- klappte ohne Probleme. Die Trennung von Frauchen schien ihr nicht besonderlich viel auszumachen.
Wir sind auf eine Hundewiese mit angrenzenden Wald gefahren wo man ausgiebig spazieren gehen kann.
Ich habe schnell festgestellen, dass Ronja ein klasse Hund ist. Sie hat sich viel mit Blickkontakt an mich orientiert und sogar mit paar Leckerchen in der Tasche auf´s Wort gehört...einfach ein Traum vom Hund.
Jack nutzte natürlich die Chance und büchste aus. Ronja rannte ihm zwar hinterher, aber auf einen leisen Pfiff (wenn überhaupt, so schnell konnte man nicht reagieren) war sie wieder da.
Natürlich war es riskant sie abzuleinen. Ich kann jetzt im nachhinein auch gar nicht sagen wieso ich es gemacht habe, denn das hätte genauso gut nach hinten los gehen können!
Nun gut, nach ca zwei Stunden sind wir nach Hause gefahren. Beide Hunde sichtlich erschöpft und ich in Gedanken ob ich Ronja wirklich zu mir nehmen soll.
Schließlich sind es nicht nur die Hundesteuer die höher Anfallen. Würde für zwei Hunde gesorgt sein? Ronja wohnt 3 Straßen weiter, was ist mit den Trennungsschmerz??? Ich war hin und her gerissen.
Zuhause angekommen musste ich natürlich der Tradition nach gehen, dass es ein Lecker gibt. Jack saß schon vor dem Schrank und beide bekamen ein Schweineohr. Jack nahm es natürlich sofort und verkrümelte sich auf seine Decke. Ronja hingegen nahm es zwar an, aber im gleich Moment als sie das fallen ließ der fragende Blick: Was soll ich damit???? Es hat bestimmt 10 Minuten gedauert bis sie auf den Geschmack gekommen ist. Erst hat sie damit gespielt, dann ignoriert, wieder gespielt usw. Das macht sie Heute noch bei Leckerchen die sie nicht kennt.
Aber bei Pansen lässt sie sich mittlerweile nicht lange bitten. Also kriegt sie überwiegend das "Stinkezeug".
Am Abend sind wir nochmal eine große Runde gegangen und ich habe gehofft den Kopf mal frei zu bekommen. Denkste! Ich traf auch noch mit meinen gemischten Gefühlen die gute Freundin von Ronja´s Frauchen mit ihrem Hund.
Ich kann mich noch genau an das Gespräch und die Emotionen die es in mir auslöste erinnern.
Ich war sauer. Ich war sauer über die Behauptungen und Erzählungen dieser Frau.
Ich wollte Ronja nicht. Ich wollte nicht das irgendwelche Lügen über Jack, Ronja oder mich in die Welt gesetzt werden konnten. Meine Entscheidung fiel. Morgen früh würde ich sie abgeben und hoffen das sie gut vermittelt wird und das ganz weit weg.
Ich glaube an diesem Tag hat mein Mobilfunkanbieter das meiste Geld mit mir gemacht. Ich habe bestimmt 3x für längere Zeit mit meiner Freundin telefoniert, immer wieder alle Pro und Kontras mit ihr durchgekaut, ihr erzählt wie toll diese Hündin ist und beim letzten Telefonat ihr meine Entscheidung gesagt.
Am nächsten Tag haben wir uns wie vereinbart an der Wiese getroffen. Ich habe direkt angefangen zuquatschen wie ein Wasserfall. Natürlich nur über die schönen Erlebnisse. Ich habe irgendwie nicht das Komma gefunden wo ich den Satz, dass ich sie nicht nehme, hätte einbauen können.
Ich erzählte ihr dann doch das Erlebnis vom Vorabend und so erfuhr ich, dass die besagte Freundin Ronja auch haben wollte, aber sie sie dorthin nicht hätte vermitteln wollen. "Daher wehte also der Wind", dachte ich. Trotzdem wollte ich von meiner Entscheidung nicht ablassen.
Aber irgendwie gab sich Ronja mit der Entscheidung nicht zufrieden. Beim Einfangen vom Jack, der mal wieder die Gelegenheit schamlos für sich ausnutzte, ist sie keinen einzigen Meter von mir gewichen. Auch als ich, naja wir, schon sehr weit von ihrem Frauchen entfernt waren.
Und so stand fest: Sie bleibt!!!
Man sagt ja oft, dass Hunde sich ihren Besitzer aussuchen und das hat Ronja getan.
Und ich bereue bis heute nichts an dieser Entscheidung.

